Donnerstag, 17. 03. 2016
Tür : 19.00 Lesung 20.30
Eintritt Fr. 15.–/Royal Family Fr. 13.–

Weltatlas – Ein verlorener Gedanke


Audiovisueller Live Essay über das Aufräumen und Ordnen der Dinge, vom verzweifelten Beruf des Kartographen und von den Umwegen und Abkürzungen der Atlaskinder. Lesung, Videoprojektion und Soundcollage.
Dauer: rund 70 Minuten

20.30 Uhr Lesung, Videoprojektion und Soundcollage.
Anschliessend DJane Dust of Time mit WorldVoicesZiggyBeats.

Von welchem Punkt aus man anfängt, die Welt zu vermessen, spielt keine Rolle, Hauptsache man sieht von da wo man steht mindestens zwei Punkte, zu welchen man gelangen kann. Die Linien zwischen den drei Punkten ergeben eine Distanz plus, in ihrem Inneren, eine Fläche.
Wo liegen jene Punkte, von welchen aus man in einem einzigen grossen Dreieck die bekannte Welt sieht und was befindet sich ausserhalb?
Oder um es mit Heinz von Foerster zu sagen: «Unter den Fragen, die wir stellen über die Welt, gibt es solche, die man beantworten kann. »

Zwischen zwei Buchdeckeln wirkt die Welt geordnet. Atlaskinder fahren mit ihren kurzen Zeigefingern über seitenweise Meer, steigen mühelos auf alle Berggipfel östlich des Marmarameers und kennen Gegenden wie Saskatchewan oder die Inseln von Tuvalu. Sie wissen früh, wo weniger Rinder gezüchtet als Fische gefangen werden, wo mehr Acker bebaut oder Kohle abgebaut wird, wo es wämer ist, wo kälter. Sie stellen sich vor, dass es ein Land gibt, dessen Nationalhymne das Rauschen des Meeres ist. Und erst viel später erfahren sie zum Beispiel im Zug auf dem Weg nach Berlin aus einer liegen gebliebenen Zeitung, dass es dieses Land tatsächlich gibt.

Erzählung auf verschiedenen Ebenen
Das gesprochene Wort wird zeitweise begleitet von einer Soundcollage und dann von den Video-Passagen abgelöst. Die Autorin Sibylle Ciarloni liest den Essay mit kürzeren und längeren Pausen. Silja Dietiker geht mit bewegtem Bild auf den gesprochenen Text ein oder an manchen Stellen ist sie diejenige, die erzählt. Da wo eher rhythmische, lyrische Passagen im Text auftreten, zeigen sich alle Ebenen gleichzeitig. An wenigen Stellen wird auch die Soundcollage als eigenes Ereignis eingesetzt.

Beteiligte:
Autorin und Stimme: Sibylle Ciarloni
Video/Kamera/Projektion: Silja Dietiker
Projektionsflächen: Landkarten 1:1\’92000\’92000 von Rudolf Staub,1923
Soundcollage: Joanna Lisiak 2015
Choreographie: Sibylle Ciarloni und Silja Dietiker
alle Rechte: Sibylle Ciarloni und Silja Dietiker

Die Performance wird an ausgesuchten Orten in der Schweiz und in Deutschland gezeigt.

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